Salzkammergut: Sturmwarnung bleibt aufrecht
Noch kein Sturmende in Sicht. 8000 Haushalte im Salzkammergut ohne Strom
„Wir werden gebraucht" so hieß es heute bei zahlreichen Feuerwehren im gesamten Salzkammergut, die auf Grund des Orkantiefs „Emma", im Dauereinsatz standen. Und auch bei den Energieversorgern war heute „Großkampftag" In zahlreichen Haushalten viel der Strom aus.
Sturmwarnung bleibt aufrecht
Auch morgen, am Sonntag, bleibt es im Salzkammergut weiterhin unfreundlich mit zahlreichen Regenschauern und kräftigen Windböen um die 100 km/h. Die Sturm- und Orkanwarnung bleibt damit aufrecht. Die Schneefallgrenze liegt bei 600 bis 800 Meter. [Wettervorschau]
Dach vom SOS-Kinderdorf weggeweht
Auch das Dach des SOS-Kinderdorfes in Altmünster konnte „Emma" nicht Stand halten und wurde abgedeckt. Die zahlreichen Familien wurden bei Bekannten untergerbacht und stehen unter psychologischer Betreuung.
Ohlsdorf besonders schlimm getroffen
"Ein ganzer Ort ist verwüstet", so zeigt sich das Ohlsdorfer Gemeindegebiet nachdem der Orkan "Emma" durch die Traunseegemeinde zog. Beide Feuerwehren, Ohlsdorf und Aurachkirchen standen am heutigen Samstag seit 11.00 Uhr im Dauereinsatz um abgedeckte Dächer, umgeworfenen Plakatwände und entwurzelte Bäume zu beseitigen. [Mehr]
Zahlreiche Straßen gesperrt
- Zwischen Obertraun und Bad Aussee ist die Koppentalstraße, auf Grund von umgefallenen Bäumen, zur Zeit gesperrt.
- Zwischen Seewalchen und Lenzing in beiden Richtungen gesperrt, Behinderungen durch Sturmschäden
- Zwischen Gosau und Pass Gschütt in beiden Richtungen gesperrt, Behinderungen durch Sturmschäden
8000 Haushalte im Salzkammergut ohne Strom
Die ersten Böen der Sturmfront "Emma" mit Spitzen bis 120 km/h legten eine ganze Reihe von Stromleitungen in Oberösterreich lahm. Kurzzeitig waren gegen 13:45 Uhr fast 100.000 Haushalte im Versorgungsgebiet der Energie AG ohne Strom. Inzwischen (14:00 Uhr) sind noch rund 50.000 Haushalte ohne Versorgung. Damit hat "Emma" Oberösterreich deutlich schwerer getroffen als das Sturmtief "Paula".
Besonders schwer betroffen ist das westliche Salzkammergut. Im Umspannwerk Attersee riss "Emma" das Dach des Betriebsgebäudes weg. Das Umspannwerk selbst ist jedoch intakt. Derzeit wird das Gebäude mit Folien abgedeckt. Ein Ausfall des Umspannwerkes ist auch bei einsetzenden Regenfällen nicht zu erwarten. Derzeit sind noch rund 8000 Haushalte im Salzkammergut ohne Strom.
Ein Großteil der Schäden ist durch entwurzelte und umgestürzte Bäume entstanden. Diese gilt es nun so rasch wie möglich aus den Leitungen herauszuschneiden und die beschädigten Leitungen, Masten und Isolatoren zu reparieren.
Sturm "Emma" in Bilder
Sturm über Attnang Puchheim
Seit kurz vor elf ist die FF Puchheim mit 29 Mann und sechs Einsatzfahrzeugen im Einsatz, um die Sturmschäden zu beseitigen. Laut Angaben fegte der Sturm mit ca. 98km über die Stadtgemeinde. Bis jetzt wurden bereits über 25 Einsätze von der FF Puchheim abgearbeitet. Zum Einsatzgeschehen gehören abgedeckte Dächer und umgefallene Bäume. Eine Liftöffnung wurde durchgeführt. [Zusatz]
Ohlsdorf: Stürmische Zeiten
In Ohlsdorf musste die Feuerwehr zu abgedeckten Dächern, umgestürzten Plakatwänden und entwurzelten Bäumen ausrücken.
Obertraun: Krippenstein war Spitze...
... in der Windgeschwindigkeit. Hier wurden heute Mittag, in 2000 Meter Höhe, 236 km/h gemessen. Und auch im Tal ging es kräftig zur Sache: Die Feuerwehr in Obertraun war heute seit den Mittagsstunden mit 17 Mann zu zahlreichen Einsätzen unterwegs. Hier hatten es die Männer zumeist mit abgedeckten Dächern zu tun.
Hallstatt: Ex-Hotel ohne Dach
In Hallstatt wurde durch „Emma" das Dach des schon baufälligen, ehemaligen Hotels Kainz, abgedeckt. Die Feuerwehr Hallstatt hat bereits das abgedeckte Dach entfernt.
Sturm auf steirisch
Einsatz für die Feuerwehr in Bad Aussee: Bei einem Wohnhaus am Gasteig wurde durch eine Windböe das Blech vom Dach gerissen, wodurch auch der gesamte Kaminaufbau umgeworfen wurde. Das abgerissne Blechdach verfing sich anschließend in der Stromzuleitung vom Haus. Seitens der Feuerwehr wurden anfangs Sicherungsarbeiten durchgeführt und zeitgleich das Energieversorgungsunternehmen und der Kran der Stadtgemeinde alarmiert. [Mehr]
Mehr wissen: Wie entsteht ein solcher Orkan?
Orkane, die über Europa brausen, entstehen aus einer Verwirbelung von unterschiedlichen Luftmassen. Die Luft in der Atmosphäre der Erde ist nämlich ständig in Bewegung. Am Äquator heizt die Sonne die Luft viel stärker auf als an den Polen. So steigt die warme Luft auf und von unten strömt kalte Luft nach. Die Bewegung der Luft wird als Wind spürbar.
Rings um die Erde gibt es ein System von Winden: Polarwinde wehen von den Polen in Richtung Äquator, während über dem Äquator die warme Luft nach oben steigt und in Richtung der Pole strömt. Da sich die Erde dreht, kommt ein zusätzlicher Effekt hinzu: Ein Wind, der vom Nordpol in Richtung Äquator weht, nimmt nicht den geraden Weg, sondern macht eine Linkskurve, ein Wind vom Südpol aus wird entsprechend nach rechts gedreht. Die Ursache dafür ist also die so genannte Corioliskraft.
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