Bad Mitterndorf: Geschichtsaufarbeitung verschoben?
Vier steirische Orte verweigern die Aufarbeitung ihrer Nazi-Vergangenheit
Die Orte Bad Mitterndorf, Haus im Ennstal, Neumarkt in der Steiermark und Rohrmoos-Untertal verweigern die Aufstellung von Kunstwerken, die Fotos ihres Ortes zur Zeit der NS-Herrschaft zeigen. Die Aufstellung der Kunstwerke ist Teil des Projektes „63 Jahre danach - die Arbeit mit der Öffentlichkeit" des international bekannten Künstlers Jochen Gerz. Ziel des vom Steirischen Landtag sowie der steiermärkischen Landesregierung initiierten Projektes ist eine Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus. Die Enttäuschung über die ablehnende Haltung der vier Gemeinden ist groß.
Kunstarbeit mit Öffentlichkeit
Denn die Vorbereitungen für das Zustandekommen des Projektes waren umfangreich und ehrgeizig: Zahlreiche Wissenschaftler aus der Steiermark wählten die Fotos, die im Unterschied zu historischen Dokumentationen Schnappschüsse und Alltagszenen zeigen aus. In der "Kleinen Zeitung" wurden sie dann veröffentlicht. Über die endgültige Auswahl entschieden die Leser der Zeitung. Darüber hinaus wurden steirische Landtagsabgeordnete gebeten, Texte zu den ausgewählten Fotos zu verfassen. Über die 24 Orte - 12 steirische Gemeinden und zwölf Grazer Standorte, an denen die Kunstwerke vom 11.- 13 März 2010 aufgestellt werden sollen, entschieden auch die Leser.
Der erste Projektteil von „63 Jahre danach - die Arbeit mit der Öffentlichkeit" wurde bereits mit der Inschrift „Ich Sigfried Uieberreither Landeshauptmann" über dem Grazer Burgtor im Dezember 2008 eröffnet.
Hoher Anspruch
Über die hohe Qualität des Projektes sind sich Künstler, Betreiber, beteiligte Wissenschaftler und Medien einig, nur eben nicht die Bürgermeister von Bad Mitterdorf, Haus im Ennstal, Neumarkt in der Steiermark sowie Rohrmoos-Untertal.
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