Ohlsdorf: Abfahrtszeiten kommen ganz groß raus
Weg mit dem kleingedruckten Busfahrplänen - Ohlsdorf erneut innovativer Vorreiter
Fahrpläne an Bushaltestellen sind klein gedruckt und oft unübersichtlich. Sehschwache oder ältere Menschen tun sich da beim Lesen und Entziffern der Abfahrts- und Ankunftszeiten sehr schwer. Dazu kommt, dass die Fahrpläne hinter Folien angebracht sind, die bei nassem Wetter beschlagen sein können. Die Gemeinde Ohlsdorf hat nun gemeinsam mit der Nahverkehrsinformation "Mobitipp" und dem OÖ. Verkehrsverbund völlig neue Fahrplantafeln entwickelt.
BGM machte so seine eigenen Erfahrungen
Die Schrift auf den Plänen ist jetzt wesentlich größer, die Pläne enthalten nur mehr die wichtigsten Informationen und die Tafeln können nicht mehr anlaufen. Ohlsdorf ist damit neuerlich Vorreiter bei Innovationen und im Bürgerservice. Entstanden ist diese Initiative aufgrund eigener Erfahrungen des Ohlsdorfer Bürgermeisters Wolfgang Spitzbart: "Ich war im vergangenen Jahr wegen meines gebrochenen Handgelenks eine Zeit lang auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Da habe ich einige Schwächen im öffentlichen Verkehr entdeckt.
Zum Beispiel bei den Fahrplänen. Ich dachte mir:Wie sollen sehschwache Personen diese kleinen Buchstaben entziffern können?" Daraufhin setzte sich der Bürgermeister mit Mobitipp-Berater Christoph Sageder zusammen, beriet mit ihm Lösungsmöglichkeiten und die beiden entwarfen die neuen Tafeln. Mittlerweile interessieren sich schon mehrere Gemeinden für diese Idee.
Unterstützung und Lob findet das Projekt auch bei Oberösterreichs Verkehrsreferent Landeshauptmann-Stv. Erich Haider: "So stelle ich mir die Zukunft der Fahrpläne in ganz Oberösterreich vor: größere Schrift, einfachere Information, bessere Lesbarkeit, übersichtlichere Anordnung. Denn wir müssen alle Hürden abbauen, die von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel abhalten können. Schwer lesbare Fahrpläne können eine erhebliche Barriere sein."
QR-Code auf allen neuen Plänen
Ein weiteres Service auf den Abfahrtsplänen gibt es für Nutzer von Handys neuerer Generation: Mit dem aufgedruckten QR-Code kommen Handynutzer von der Fahrplantafel an der Haltestelle direkt auf die Homepage des Verkehrsverbundes und können den Plan dann von dort auf das Handy herunterladen. Damit ist der Fahrplan auch während und nach der Fahrt mobil abrufbar.
Die neuen Fahrpläne werden jetzt ein Jahr lang getestet und dann bei Bedarf zusammen mit Fahrgästen, Mobitipp, Verkehrsverbund und Experten noch einmal überarbeitet werden.
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