Hallstatt: Bürger bangen um Privatsphäre
Bürgermeister Alexander Scheutz geht mit Infoblatt an die Öffentlichkeit
In einem Informationsblatt an seine Bürger regt Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ) zum geschlossenen Widerstand gegen die geplante Unterschutzstellung Teile Hallstatts durch das Bundesdenkmalamt an. Neben dem Eingriff in die Eigentumsrechte der Hallstätter Hausbesitzer durch die beabsichtigten Maßnahmen stört den Ortschef auch das rücksichtslose Vorgehen der Behörde. Deshalb wirbt Scheutz um Unterstützung für seine Anliegen auf Bundesebene.
Die geplante Unterschutzstellung einiger Ortsteile durch eine Behörde im fernen Wien hat die kleine Salinengemeinde ins Mark getroffen. Widerstand formiert sich bereits und der Hallstätter Gemeinderat sprach sich entschieden gegen die geplante behördliche Maßnahme aus. Bürgermeister Scheutz will den oberösterreichischen Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl und Ministerin Claudia Schmid die Anliegen und Argumente der Bürger von Hallstatt erläutern.
Unzumutbare Einschränkung
Durch Unterschutzstellung von Privathäusern werden die Bedürfnisse der Bewohner und die Rechte der Hauseigentümer massiv eingeschränkt, so begründet Scheutz in seinem Informationsschreiben seine Ablehnung der geplanten behördlichen Maßnahme. Wird in Zukunft eine bauliche Änderung an einem denkmalgeschützten Haus notwendig sein, müssen die Gemeinde, der Naturschutz und das Bundesdenkmalamt in das Verfahren einbezogen werden. Zusätzlich ist dem wehrhaften Bürgermeister die Eintragung der Unterschutzstellung ins Grundbuch ein Dorn im Auge.
Unakzeptable behördliche Vorgangsweise
„Die Hallstätter fühlen sich überfahren", meinte Alexander Scheutz und informierte seine Bürger über das rücksichtslose Vorgehen des Bundesdenkmalamtes bei der beabsichtigten Unterschutzstellung des Ortsteiles Markt in diesem sowie den Ortsteilen Lahn und Salzberg im nächsten Jahr. So teilte die Behörden Scheutz im Februar dieses Jahres mit, dass betroffene Hausbesitzer ab Juni über die Unterschutzstellung ihrer Immobilie informiert und entsprechende Bescheide erlassen werden.
Dass die Marktgemeinde Hallstatt vom Bundesdenkmalamt nicht schriftlich über die geplanten Maßnahmen informiert wurde sowie auch in Zukunft kein Schriftverkehr mit der Gemeinde Hallstatt erfolgen wird, betrachtet Scheutz als Geringschätzung. Auch das Tempo, mit dem das Bundesdenkmalamt ihren Plan durchzieht, stößt die Hallstätter vor den Kopf.
"Es kann nicht Sinn und Zweck sein, dass unsere Bevölkerung abwandert und in Hallstatt nur noch Nebenwohnsitze gegründet werden und Ferienwohnungen entstehen. Auch die Jugend soll wieder motiviert werden in Hallstatt zu bleiben und so ist die Steigerung der Lebensqualität durch einen leistbaren Um- und Zubau enorm wichtig", so der Bürgermeister abschließend.
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