Salzkammergut: Schwarzer Tag für heimische Wintersportler

Freitag, 27. November 2009, 16:58 Bericht Drucken (beta)

Wettkampf-Skibergsteigen weiterhin nicht anerkannt in Österreich

Der heutige Freitag erwies sich als ein bedeutend negativer Tag in der österreichischen Sportszene. Das Bestreben des ASKIMO (Österreichischer Fachverband für Wettkampf Skibergsteigen) für eine offizielle staatliche Anerkennung ist im Zuge der Bundessport Fachratstagung aus sportpolitischen Gründen abgelehnt worden. „Ein schwarzer Tag für uns," so der sichtlich enttäuschte Gosauer Verbandspräsident Karl Posch.

Karl Posch, Präsident des ASKIMO blickt nun in eine ungewisse Zukunft für das Wettkampf-Skibergsteigen

Österreich zeigt sich rückständig

Fast schien es zuletzt, dass sich der der jahrelange mühsame Weg gelohnt hätte und das Ziel einer öffentlichen Anerkennung und Würdigung in greifbarer Nähe wäre. Seit 2001 besteht nun das Interesse, die Sportart Wettkampf-Skibergsteigen in Österreich auf einen internationalen Stand zu bringen, denn hier hinkt die „Ski-Nation Nummer Eins" des alpinen Raumes im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern noch hinterher.

Weltweit gibt es im seit rund 110 Jahren existierenden Wettkampfsport Skibergsteigen bereits etablierte Weltcup Rennen, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften, ambitioniert wird vom Internationalen Verband auch die Wiederaufnahme in das olympische Programm angestrebt.

Skibergsteiger trotzen Krise

In den letzten Jahren entwickelte sich das Skibergsteigen auch in Österreich rasant. Rund 700.000 begeistere Tourengeher tummeln sich regelmäßig in unserer Bergwelt. Die Wirtschaft verzeichnet im Tourenskisektor 20 Prozent Zuwächse pro Jahr, das Skibergsteigen ist somit die einzige Wintersportart, die in der derzeit schwierigen Wirtschaftslage wächst.

Michaela Essl, die hoffnungsvollste Dame in der österreichischen Nationalmannschaft auf dem Weg zum Sieg ihrer Klasse beim Weltcup Rennen Dachstein Xtreme 2009Wie in jeder Sportart existiert auch im Skibergsteigen eine Wettkampf Szene, in der die Elite der Wettkämpfer ihre Leistungsfähigkeit zeigt und sich untereinander vergleicht. Mit der Gründung des ASKIMO 2006 und der Aufstellung eines Nationalteams 2007 gab es in Österreich beginnende Schritte in Richtung Anschluss an die internationale Spitze. Bereits in der ersten Saison ließ das kleine Spitzenteam, welches zur Weltmeisterschaft in die Schweiz entsandt wurde, mit neun Top Ten Plätzen aufhorchen. Etliche weitere gute Platzierungen folgen in der nächsten Zeit, darunter auch Stockerlplätze bei den Weltcup Rennen, so zum Beispiel der Sieg der Salzburgerin Michaela Essl in ihrer Klasse beim Dachstein Xtreme 2009, das als erstes heimisches Rennen Eingang in den Weltcup fand.

Es geht um die Zukunft

Obwohl aufgrund der strukturellen und finanziellen Situation nur eine Entwicklung auf niedriger Basis möglich ist, hat sich der Verband und das Nationalteam in der Vergangenheit rasant in Richtung internationale Elite entwickelt. Das internationale Wachstum der Sportart Wettkampf-Skibergsteigen ist jedoch noch wesentlich größer als das nationale.

Weltweit bereits sehr populär, in Österreich wenig akzeptiert: das Wettkampf- Skibergsteigen. Hier ganz rechts im Bild der Nationalteam Trainer und Athlet Alexander Lugger inmitten der internationalen Top Athleten beim Start des Weltcup Rennens Dachstein Xtreme 2009Die heutige Ablehnung der staatlichen Anerkennung ist vor allem ein schwerer Schlag für die Zukunft der Österreicher im internationalen Zirkus. Ohne Gleichstellung mit anderen Sportarten ist es praktisch unmöglich, Nachwuchsarbeit zu leisten, ein Trainerwesen zu betreiben und die nötigen Strukturen aufrecht zu erhalten. Den Anschluss an die internationale Spitze zu wahren wird damit sehr schwierig. Es geht in eine ungewisse Zukunft für das Wettkampf-Skibergsteigen.

Für die kommende Saison werden die Sportler und die Funktionäre aber wieder ihre knappen Ressourcen mobilisieren. Sie wollen beweisen, dass es die falsche Entscheidung war, diese Sportart nicht anzuerkennen und trotzdem mit Stolz und ein bisschen Wehmut nach ihren internationalen Erfolgen die rot-weiß-rote Fahne tragen.


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