Salzkammergut: Tablet PC – Kaufen oder nicht kaufen?
Fragen und Antworten auf einen Blick
Vier Monate nach der Vorstellung des iPads ist es jetzt auch in Österreich erhältlich. Was das neue Produkt der Apple-Familie taugt, erfahren Sie hier. Nicht nur Apple setzt große Hoffnungen auf seinen Tablet PC - viele Experten erwarten, dass die Geräte zum Verkaufsschlager werden. Hier die Antworten die brennendsten Fragen rund um die neue Gerätekategorie.
Tablet PCs sind Geräte, die keine Tastatur und keine Maus haben, sondern mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm auskommen. Sie sind in der Regel nicht viel größer als ein Schulheft - und auch fast ebenso flach: Im Fall des neu vorgestellten Apple-Geräts ist die Technik gerade einmal eineinhalb Zentimeter hoch - und wiegt knapp 800 Gramm.
Was kann ein solcher Tablet-PC?
Tablet PCs wie das iPad sind Geräte, die spezialisiert sind auf den Medienkonsum unterwegs - also darauf, dass man mit ihnen Filme ansehen kann, Musik hören, elektronische Zeitungen oder Bücher lesen oder spielen. Vor allem aber soll man mit ihnen unterwegs bequem das Internet nutzen können - ohne dabei Kompromisse machen zu müssen wie auf einem internetfähigen Mobiltelefon.
Über den mobilen Internet-Zugang ist es dann auch möglich, neue Inhalte herunterzuladen - neue Bücher oder Zeitschriften werden nicht mehr am Kiosk gekauft, sondern direkt im Internetkaufhaus, und dann per Datenfunk auf das Gerät geschickt.
Der größte Konkurrent des iPads ist denn auch ein Gerät, das als elektronischer Buch-Ersatz konzipiert ist: der Kindle vom Internet-Buchhändler Amazon. Der Kindle ist als US-Import auch bei uns erhältlich und mit dem Amazon-Shop quasi verheiratet - was man dort kauft, wird direkt aufs Gerät geschickt. Er ist deutlich billiger als das neue Apple-Gerät, aber bei weitem nicht so vielseitig und eignet sich schon wegen seines gut lesbaren, aber trägen Schwarzweißdisplays nicht dazu, Filme zu sehen oder zu surfen.
Was ein Tablet-PC in der Regel auch nicht besitzt, ist eine Tastatur - kürzere E-Mails kann man über den berührungsempfindlichen Bildschirm eintippen. Wer richtig damit arbeiten will, ist auf Zubehör-Tastaturen angewiesen.
Wie komme ich mit einem Tablet-PC ins Internet?
Spannend wird ein Tablet erst dadurch, dass man ständig vernetzt ist - und so die erwähnten Internet-Kaufhäuser für Bücher, Filme und Musik nutzen kann. Aber: Nur die teureren Geräte haben gewissermaßen ein Handy eingebaut, über das sie sich in das schnelle UMTS-Funknetz einwählen können und somit immer im Netz sind. Mit den günstigeren Geräten ist man darauf angewiesen, ein WLAN-Funknetz zu finden und nutzen zu dürfen.
Sollte ich mir nicht besser einen kleinen Laptop kaufen?
Wenn man die Rechnung aufmacht, scheint der Fall klar: Kleine tragbare Rechner, so genannte Netbooks, sind deutlich billiger, haben ähnliche technische Daten und eben auch eine Tastatur. Mit einem simplen UMTS-Surf-Stick lassen sie sich internetfähig machen und scheinen somit gegenüber iPad und Co. im Vorteil, wenn man mal davon absieht, dass ihre Akkus nicht so lang durchhalten.
Wer so argumentiert, vergisst aber, dass es nicht jedermanns Sache ist, einen Computer mit sich herumzuschleppen, nur um in der Bahn Filme sehen zu können. Ein Tablet-PC ist ein Computer für Menschen, die keine Computer mögen. Gerade beim Surfen und beim Medienkonsum bietet er einen Bedienkomfort, von dem Netbook-Besitzer nur träumen können - der berührungsempfindliche Bildschirm und intuitive Bedienkonzepte machen es möglich.
Funktionieren meine Computer-Programme auch auf dem Tablet-PC?
Nein. Apple hat dem iPad konsequent alle Ähnlichkeit mit einem herkömmlichen Laptop ausgetrieben: Normale Computer-Programme laufen darauf gar nicht. Statt dessen kann man alle Programme nutzen, die auch auf Apples Surf-Telefon iPhone funktionieren, die so genannten Apps. Die kauft man über einen Online-Shop, der inzwischen bestens gefüllt ist: Über 100.000 Programme stehen dort inzwischen zur Auswahl.
Woher kommt die Aufregung um das neue Apple-Gerät?
Zum einen, weil es von Apple kommt. Die kalifornische Firma und ihr Chef Steve Jobs sind außerordentlich geschickt darin, sich selbst zum Ereignis zu stilisieren - Spötter sagen, Apple sei keine Technikfirma, sondern wie eine Sekte. Aber. Apple steht im Ruf, etwas weiteres sehr gut zu beherrschen: Kunden nicht ein Gerät zu verkaufen, sondern eine in sich abgestimmte Erlebniswelt, in der man sich mühelos bewegen kann, ohne ein Technikfanatiker sein zu müssen.
Für das Aufsehen um das neue Gerät sind aber auch Journalisten und Zeitungsverleger mit verantwortlich - die auf das iPad große Hoffnungen setzen: Würden sich das iPad und ähnliche Geräte durchsetzen, hoffen sie auf neue Kunden in Zeiten, da die US-Zeitungen das Anzeigengeschäft und viele Leser ans Internet verloren haben. Vielleicht sind die Leser ja bereit, in einer Apple-Welt ihre Online-Zeitung zu beziehen und zu bezahlen? Diese Hoffnungen sind auch für den einen oder anderen euphorischen Bericht mitverantwortlich.
Kaufen oder nicht?
Man muss selbst entscheiden, ob man ein Gerät braucht, mit dem man zwar unkompliziert surfen, Filme gucken und spielen kann, aber das kein vollwertiges Notebook ersetzt. Der Preis in Europa liegt zwischen 499 und 799 Euro. In den USA wurden in den ersten vier Wochen seit der Markteinführung Anfang April mehr als eine Million Geräte verkauft.
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