Ev. Gottesdienst in Bad Goisern

Zeit: 
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Ort: 
evan Kirche Bad Goisern, Ramsaustraße 4822 Bad Goisern

Informationen zur Kirchengeschichte

Flüchtige Besucher könnten Ortsbereich rund um die evangelische Kirche für ein eigenes Dorf halten. Tatsächlich befindet sich hier nicht nur der evangelische Pfarrhof, sondern - gewissermaßen gegengleich zum katholischen Bereich - auch ein eigener Kindergarten, ein Jugendheim, ein Altenheim und der evangelische Friedhof. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts hatten die reformatorischen Lehren Martin Luthers auch im Salzkammergut so weit Boden gefasst, dass sich fast die gesamte Einwohnerschaft Goiserns zum Protestantismus bekannte.

Ab 1552 hielten die Protestanten in der katholischen Martinskirche deutschsprachige Gottesdienste ab. Die Pfarrer heirateten, hatten Familien - und wurden deswegen mehrmals vom Passauer Bischof zur Verantwortung gezogen.

Die Gegenreformation am Ende des 16. Jahrhunderts stieß vor allem bei den Salzarbeitern und Bauern auf erbitterten Widerstand: Sie wollten in den Jahren 1601 und 1602 ihren Glauben mit Aufständen durchsetzen, die von der katholischen Obrigkeit jedoch blutig niedergeschlagen wurden. 1624 mussten die letzten protestantischen Prediger das Land verlassen.

Trotz der Gegenreformation blieben weite Teile der Bevölkerung ihrem Glauben als „Geheimprotestanten" treu. Sie feierten ihre Gottesdienste auf entlegenen Almen oder in der „Kalmooskirche", einer Höhle am Kalmberg. Viele Familien sahen sich zur Auswanderung gezwungen: Allein zwischen 1734 und 1737 verließen 387 Goiserer ihre Heimat, um in der Gegend um Hermannstadt im rumänischen Siebenbürgen ein neues Leben zu beginnen. Erst das Toleranzpatent, das Kaiser Joseph II. 1781 erließ, beendete die grausame Zeit der Gegenreformation: Auch die Goiserer konnten nun eine evangelische Kirchengemeinde gründen, die schon ein Jahr danach 1117 Personen umfasste.

Man baute ein einfaches Bethaus aus Holz, das in den Jahren 1813 bis 1816 durch einen neuen Massivbau ersetzt wurde. Evangelische Bethäuser durften damals weder einen straßenseitigen Eingang noch einen Turm haben. An das auferlegte Verbot vom 9. Juni 1812, Fenster und Türen des Bethauses mit Rundbögen zu verzieren, damit das Gebäude kein kirchenähnliches Aussehen erhalte, hielten sich die Goiserer allerdings nicht. Die heutige Kirche stammt aus den Jahren 1813 bis 1816; der Turm kam erst 1857 dazu.

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