Veranstaltungen im Salzkammergut -

Festival der Regionen 2021: “Vielschichtige Geschichte(n)“

Datum: Mi, 30. Jun. 2021
Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden
Ort:  Evangelische Kirche Christuskirche Hallstatt, Landungsplatz, 4830 Hallstatt
Diese Veranstaltung findet bei freiem Eintritt im Rahmen von “Festival der Regionen“ statt. Die Organisatoren freuen sich auf eine freiwillige Spende! Danke.

Wichtiger Hinweis – bitte lesen!

Liebe Leserinnen und Leser! Bitte beachten Sie, daß aufgrund der aktuellen Situation “Stichwort Corona / Covid19“ sich Änderungen bei Veranstaltungen ergeben können. Herzlichen Dank für Ihr Verständnis. Ihre Redaktion.

Was ist das Festival der Regionen?

In diesem Sommer können Sich Besucherinnen und Besucher im Salzkammergut auf ganz besondere Veranstaltungen freuen. Und dies gleich in vier Orten: Bad Ischl, Bad Goisern am Hallstättersee, Hallstatt und Obertraun. Beim “Festival der Regionen“ haben Sie die Möglichkeit, mit Künstlerinnen und Künstlern direkt in Kontakt zu treten. Zum Beispiel bei dieser Veranstaltung:

Die Filmemacherin und Artistic Researcher Teresa Distelberger widmete sich in einem partizipativen Prozess mit Bürger*innen, Schüler*innen und lokalen Historiker*innen den vielschichtigen Geschichten aus den 1930/40er Jahren. Welche Geschichten bewegen uns? Und wie greifen wir sie auf, um sie zu erzählen?

Daraus entstanden sind drei verschiedene Formate:

FUNDSTÜCKE

Überdimensionale Stecknadeln markieren ausgewählte Orte mit Geschichte(n), die mit einer speziellen Landkarte gefunden werden können. In den von der Drechslereiklasse der HTBLA Hallstatt gefertigten Stecknadelköpfen befinden sich „Fundstücke“ – historische Dokumente und Fotos – über QR-Codes sind darin auch Kurzfilme und Musikvideos zu finden. Einzelne Themen und Videos wurden gemeinsam mit Menschen aus der Region erarbeitet und gefilmt. Die Videos sind im Web und auch vor Ort in eigenen Videoinstallationen in Bad Ischl (Festivalzentrum), Bad Goisern (Hand.Werk.Haus) und Hallstatt (Evang. Pfarrhaus) zu sehen.

Um die genauen Orte, Materialien und Geschichten für die Stecknadeln zu identifizieren und auszuwählen, hat Teresa Distelberger lokale Historiker*innen zum Dialog eingeladen.

STILLE ZEUGEN

Im Sisipark in Bad Ischl tauchen aus der gepflegten Rasenoberfläche wie Spuren einer verdrängten Vergangenheit große Teile von antiquarischen Möbelstücken auf. Sie erinnern daran, dass im Zuge der Arisierung vieler Villen jüdischer Bürger*innen die ursprüngliche Ausstattung mit Möbel und Hausrat selten restituiert wurde und so manche Stücke sich – wissend oder unwissentlich – noch immer in vielen Haushalten der Region befinden. Die Möbel sind, stellvertretend für die damals enteigneten Möbel, stille Zeugen all der Menschen, die mit ihnen gelebt haben und der Besitzwechsel, die sie erfahren haben. Wem haben diese Möbelstücke gehört, was könnten sie uns erzählen und zu welchen Fragen laden sie uns ein?

In Pop-Up-Performances während des Festivals werden die Möbelstücke von verschiedenen Performer*innen „bespielt“, u.a. von Musiker/Choreograph/Performer Simon Mayer, der Choreografin Romy Kolb und dem Theaterregisseur David Maayan.

Die installierten Möbelstücke wurden in der Region für das Projekt gespendet (oder über Willhaben gefunden) und von der Restaurationsklasse der HTBLA Hallstatt umgebaut.

TISCHGESPRÄCHE

„Durch’s Reden kumman d’Leit zsamm“, so auch an einem Tisch in vertrauter Runde. Welche Geschichten erzählen wir uns, wenn wir zusammensitzen – und welche eher selten? Welche Geschichten werden in einer Familie oder einer Ortschaft von einer Generation an die nächste weitererzählt und welche Geschichten fallen dabei unter den Tisch?“

In einer Serie von moderierten Tischgesprächen werden interessierte Menschen aus der Bevölkerung eingeladen, Geschichten aus ihren Familien und Ortschaften zu erzählen. Auch mit den Schüler*innen der Welterbe Mittelschule und der digi Mittelschule Bad Goisern fanden solche Tischgespräche in einem fächerübergreifenden Projekt von Geschichte und Handarbeiten statt. Aus den Erzählungen entstanden Bilder, in denen historische Fotos mit Lavendelöldruck auf Leinen gedruckt und diese dann bestickt wurden. Dafür wurden alte Stoffe verwendet, die von der Bevölkerung für das Projekt gespendet wurden – darunter auch Teile des geschichtsträchtigen „Steeger Leinens“: In Steeg am Hallstättersee hatten die Nazis große Mengen an Stoff zur Versorgung ihrer „Alpenfestung“ eingelagert. In der Notzeit zu Kriegsende holten sich viele Ortsansässige Stoffe von dort, die heute noch in einigen Haushalten zu finden sind.

Das Tischtuch wird über das Festival der Regionen hinaus vom Hand.Werk.Haus Bad Goisern im Rahmen der Ausstellung „Handwerk bittet zu Tisch“ präsentiert und bietet mit einer Begleitbroschüre einen Einblick in die historischen und persönlichen Hintergründe der verarbeiteten Geschichten.

Freie Unterkünfte zum Festival der Regionen

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